Begriffserläuterungen „sabisch“ „Zeichen“ und „Symbol“
Wenn wir uns mit sabischen Symbolen beschäftigen, sollten wir zunächst einmal abklären, was man unter „sabisch“ und „Symbol“ versteht und worin der Unterschied zwischen „Symbol“ und „Zeichen“ besteht.
Das Wort „sabisch“ ist in dem Buch von Marc Edmund Jones „Die sabischen Symbole in der Astrologie“ nicht weiter erläutert. Auch Dane Rudhyar erläutert den Begriff „sabisch“ in seinen Büchern „ Astrologie der Persönlichkeit“ und „Astrologischer Tierkreis und Bewusstsein“ nicht.
Auf der Homepage der astrologischen Schule von Marc Edmund Jones finden wir zum Begriff „sabisch“ weitere Informationen: http://www.sabian.org/sabian.htm. In einem Brief im Sommer 1927 stellt Marc Edmund Jones fest, dass das Wort englisch „Sabian“ oder deutsch „sabisch“ aus der hebräischen Sprache herkommt und von „Sabaoth = Zebaoth“ abgeleitet ist.
Dies bedeutet übersetzt „Heerscharen“ oder „Herr der Engelscharen“; im Alten Testament ist das die Bezeichnung der göttlichen Mächte, die häufig mit dem Gottesnamen Jahwe und Elohim vorkommen.
Der Begriff „Sabaeans“ taucht nach Marc Edmund Jones das erste Mal 3250 v. Chr. bei den Sumerern auf. Er beschreibt diese Zeit als die 5. Unterrasse der Atlantischen Wurzelrasse, was beschreibt, dass Jones mit den „Alten Weisheitslehren“ vertraut war.
Ca. 1200 v. Chr. taucht der Begriff im Hebräischen auf; „Sabean“ sind Stämme, die Jahwe untertan sind und dienen, dem Gott von Moses. Im Jahre 1000 v. Chr. wird der Begriff erwähnt in Zusammenhang mit „Solomon und der Königin von Saba“, einem einstigen Königreich in Arabien – heute Jemen – auf.
Ungefähr 100 n. Chr. wurden in der christlich gnostischen Bewegung Personen als „Sabians“ benannt, die im Rahmen dieser Bewegung getauft wurden. Der Begriff „Sabische Astrologie“ ist zwischenzeitlich ein geschützter Begriff für die von Marc Edmund Jones dargestellten 360 astrologischen Symbole. Das Zeichen weist auf etwas hin, was konkret danach folgt. Sehr bildlich verdeutlicht dies das Verkehrzeichen. Dieses Zeichen bildet ein Auto ab, das ins Schleudern geraten ist.
Jeder, der dieses Zeichen sieht, weiß, dass nach diesem Verkehrszeichen eine Strecke folgt, auf der es rutschig oder glatt sein kann. Es ruft zur Vorsicht und Aufmerksamkeit auf. Es ist sehr konkret, was nach diesem Zeichen passiert. So kann man auch die Tierkreiszeichen interpretieren. Auch wenn es viele verschiedene Ausprägungen und unterschiedliche Ebenen gibt, so kann man doch konkret das Tierkreiszeichen „Widder“ vom Tierkreiszeichen „Jungfrau“ unterscheiden.
Auch beim Verkehrzeichen sind verschiedene Ausprägungen möglich, ein Schleudern kann entstehen durch Blätter auf der Straße, Nässe, Verunreinigungen oder Eisglätte. Nach dem Herkunfts - Duden wird das Wort Symbol“ von dem lateinischen Wort „symbolum“ entlehnt, was so viel bedeutet wie Kennzeichen oder Zeichen. Das griechische Wort „sym – ballein“ wird mit zusammenfügen, zusammensetzen übersetzt und bezeichnet eigentlichein zwischen Freunden oder Verwandten vereinbartes Erkennungszeichen. Der „Brockhaus“ bezeichnet Symbol als etwas, was ein wahrnehmbares Zeichen ist oder aber auch ein Sinnbild (Gegenstand, Handlung oder Vorgang), das stellvertretend für etwas nicht wahrnehmbares steht.
In den alten Weisheitslehren ist das „Symbol“ ein Werkzeug, um Erkenntnisse in den geistigen Welten in eine Realität zu führen, sie zu materialisieren. Es ist ein Werkzeug, das der Entwicklung dient, das in eine Prozessdynamik und in eine Entwicklung führt und neue Tatsachen oder Zustände schafft. In einem dynamischen Prozess sind die Ergebnisse nicht oder nur bedingt vorhersehbar. Gleichwohl wirkt und manifestiert sich bereits die Energie. Insofern ist z. B. jedes Wort ein Symbol. Das Wort an und für sich sagt entweder nichts aus oder man kann fast alles hineininterpretieren. So kommt es darauf an, das Wort zu deuten, das Wort in einen Sinnzusammenhang zu stellen. Erst dann erhält das Wort seine Be-Deutung. Hierin liegt der bedeutende Unterschied zwischen dem Zeichen und dem Symbol. Während das Zeichen relativ klar sagt, was folgen wird, bedarf das Symbol einer Interpretation.
Die „sabischen Symbole“ in der Astrologie bedeuten, dass Bilder, Gegenstände, Vorgänge oder Handlungen der geistigen Heerscharen beschrieben werden, die interpretiert werden müssen, die eine Bedeutung erhalten müssen für den einzelnen Menschen, der mit diesen Symbolen arbeitet. Im Gegensatz zu den Zeichen führen die Symbole nicht zu vorhersehbaren Ereignissen oder Handlungen, sondern die Bedeutung des Symbols ist für jeden Menschen unterschiedlich je nach Lebenssituation, Bewusstseinsstand, Alter, Entwicklung etc. Marc Edmund Jones schreibt: „Symbolische Astrologie ist eine lebendige Kunst und muss als olche erlernt werden. Die mit den Graden des Tierkreises verbundene Symbolik sollte selten wörtlich genommen werden. Sie sind eher Katalysatoren für das höhere Verständnis des Astrologen, dessen Entwicklung es ihm ermöglichen wird, Inhalt und Schlussfolgerung jedem Lebensfaktor hinzuzufügen.“
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